Geschichte der Crêpes/Galettes

 

Die Galette (Plural: Galettes) ist ein hauchdünner Pfannkuchen aus Buchweizenmehl, der ursprünglich aus der französischen Bretagne stammt. Als Brotersatz wurde er auf einem heißen Stein dünn wie Crêpes gebacken. Der Namen des heißen Steines jalet ist gleichzeitig der Namensgeber der Galettes.

Erst im 12. Jahrhundert gelangte der Buchweizen, ein Heidekorn, nach Europa, nachdem er zuvor schon von chinesischen Bauern  kultiviert worden war und nach und nach auch in Indien und Asien angebaut wurde. Durch die Holländer eingeführt, wurde dieses dreieckige, schwarz glänzende Korn ab dem 13. Jahrhundert in ganz West-Europa angebaut.

Der mit den Kreuzrittern nach Frankreich gebrachte Buchweizen wurde wegen seiner dunklen Farbe auch sarasin genannt und war bei den bretonischen Bauern rasch eine beliebte Feldfrucht, da er innerhalb von nur 4  Monaten reif war und zudem noch auf den kargen Böden im Inneren der Bretagne gedieh. Das wohl wichtigste für die bretonischen Bauern war die Tatsache, dass sich aus dem kleberfreien Buchweizen kein Brot backen lässt und nach der damaligen Gesetzgebung darauf somit keine Steuern und Abgaben zu zahlen waren.

Zu einem Brauch der bretonischen Frauen gehörte es, die erste in ihrem neuen Heim gebackene Galette als Tribut für die früheren Hausbewohner auf den Schrank zu werfen. Das sollte Schutz für den Nachwuchs und häusliches Glück bringen.

Angeblich musste in früherer Zeit jede bretonische Braut an ihrem Hochzeitstag Crêpes backen, um ihre hausfraulichen Fähigkeiten (und damit ihre Ehetauglichkeit) unter Beweis zu stellen.

Traditionell werden Galettes nur aus Buchweizenmehl, Wasser und Salz hergestellt. Auch heute noch werden in ganz Frankreich salzige Crêpes/Galettes aus Buchweizenmehl gemacht.
Die Galette wurde ursprünglich nur von einer Seite gebacken und mit allerlei herzhaften Zutaten belegt. Als Crêpe wurde der dünne Buchweizenpfannkuchen von beiden Seiten
gebacken und dann belegt, was ihn knuspriger werden ließ. Wir haben uns für die letztere Variante entschieden.
Die süßen Crêpes hingegen werden seit etwa 100 Jahren aus Weizenmehl zubereitet. In unserer Küche verwenden wir eine Mischung aus normalem Weißmehl und Vollkornmehl, so dass sogar unsere süßen Crêpes nahrhaft sind.

Der Buchweizen ist heute ein eher unbekanntes Korn. Der gute Nährwert und der überdurchschnittlich hohe Gehalt an Phosphor, Kalzium, Eisen, Kupfer sowie an den Vitaminen B1, B2 und B5 machen ihn zu einem wertvollen Lebensmittel. Er ist außerdem blutdrucksenkend, leicht verdaulich und deshalb auch von Personen mit empfindlichem Magen gut vertragen. Er ist absolut glutenfrei, so dass er auch von Personen gegessen werden darf, die auf Gluten allergisch reagieren (Personen, die an Zöliakie leiden.)